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Schuljahresabschlussgottesdienst in der Nikolaikirche

 

 

 

Inklusion am Fallsteingymnasium

 

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 Die Dürre

Es war einmal ein Kamel. Es war alt und hatte keine Freunde. Meist war es einsam und sein Herr trieb es unermüdlich an. Sein Leben lang lebte es am Rande einer Oase mitten in der Wüste. Keiner mochte es besonders.

Es kam eine Zeit der Dürre. Fast niemand hatte mehr Wasser. Das Kamel nahm sich vor, Wasser zu suchen. Ein Kamel aus der Herde sagte: “Das schaffst du doch eh nicht!“ Alle anderen Tiere der Herde lachten. Das alte Kamel dachte: “Wenn ich es jetzt nicht schaffe, dann bekomme ich nie Ansehen.“ Es wurde Nacht und das Kamel zog los. Tage, vielleicht sogar Wochen und Monate zog es durch die Wüste. Es lief Tag und Nacht, bis es nach ca. drei Monaten in der Ferne eine Oase sah. Es rannte los, doch als das Tier da war, war die Oase weg. Traurig ging es weiter. Am Abend legte es sich zur Rast hin und es schlief tief und fest bis zum nächsten Morgen.

Nun ging es weiter, bis es wieder dämmerte. Eine große Oase wurde sichtbar. Im ersten Moment dachte das Kamel, dass es sich um eine Fata Morgana handelte. Deshalb lief es nicht hin, sondern streckte sich zum Schlafen aus. Am nächsten Morgen war die Oase aber immer noch da. Nun trottete das Kamel doch hin und stellte fest: „Tatsächlich, es ist eine wundervolle und sehr, sehr große Oase.“  Es dachte: „Endlich habe ich es geschafft!“

Um die Wasserstelle in seiner Heimatoase zu melden, wollte es auf dem schnellsten Weg zurück. Verwirrt blickte es sich um. Kurz verlor es den Willen. Doch schnell erinnerte es sich an die bösen Worte des anderen Kamels. In diesem Moment rannte es los, als ob seine Beine den Weg kannten.

Es lief und lief, bis es nach abermals vielen Wochen und Monaten zu Hause war. Dort herrschte große Trauer, da viele schon gestorben waren. Es rief: „Ich habe eine riesige Oase gefunden. Folgt mir, ich zeige euch den Weg!“ Und tatsächlich, alle folgten ihm.

Bei ihrer Ankunft rief das Kamel: „Stopp, ihr dachtet, ich würde es nicht schaffen. Und deshalb wollte ich sie euch eigentlich gar nicht zeigen!“ Das Kamel, das die ungerechten Worte gesprochen hatte, trat vor und sprach: „Es tut mir so leid, eigentlich tut es und allen leid!“ Das Kamel verzieh allen und sie lebten gemeinsam glücklich in der neuen Oase.

 

Inga Wloch, 5d